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Brasilien 2015 - Casa Providencia, Educandario Santa Tereza und Sao Joaquim

von ZHB

Sehr spontan haben wir uns im Sommer 2015 dazu entschlossen eine Famulatur in Brasilien zu machen. Nach einigen Telefonaten mit Ruben Bayer haben wir auch schon die Flüge gebucht und in ein paar Wochen sollte unsere Reise beginnen. In der Zeit, die uns in München noch blieb, haben wir diverse Dentaldepots angeschrieben um Spenden zu organisieren, unsere Impfungen aufgefrischt und natürlich etwas Portugiesisch gelernt.

Als es dann Mitte August los ging führte uns unsere Reise erst in die Station Casa Providencia wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Nach einem Tag mussten wir jedoch wieder weiterreisen, da der Kompressor der Behandlungseinheit leider nicht funktionierte und wir somit nicht arbeiten konnten.

Unsere Reise führte uns weiter in das wunderschöne Olinda wo wir im Educandario Santa Tereza für die nächsten Wochen arbeiten und leben sollten. Das Behandlungszimmer war, sicherlich auch dank den vielen mitgebrachten Sachspenden unserer Vorgänger, sehr gut ausgestattet. So hat es uns an nichts gefehlt und wir konnten fast genauso arbeiten wie wir es aus der Uni und der Praxis gewohnt waren.

Am Vormittag waren die älteren Mädchen des Educandario dran. Die meisten haben sich auch schon gefreut zu uns zu kommen. Dank der tollen Arbeit des ZHB hatten viele der älteren Mädchen auch schon sehr gute Zähne und zeigten eine perfekte Mitarbeit auf dem Behandlungsstuhl. Alle Mädchen bekamen eine Zahnreinigung und wo es nötig war haben wir Füllungen gemacht. Zu extrahierende Zähne waren hier die Ausnahme. Wenn dann waren es meistens leider bleibende Zähne. Diese dürfen von uns jedoch nicht gezogen werden. Die Mädchen müssen hierfür mit ihren Eltern zu einem brasilianischen Zahnarzt gehen. Da die meisten Eltern sich jedoch nicht darum kümmern oder kein Geld dafür haben werden die zerstörten Zähne meistens sich selber überlassen. Am Nachmittag waren die kleineren, teils sehr jungen Mädchen dran.

Sie waren noch nicht so lange im Educandario und werden deswegen auch noch nicht so lange zahnärztlich betreut. Einigen von ihnen waren zum ersten Mal beim Zahnarzt und haben von uns ihre erste Zahnbürste bekommen. Gerade mit diesen Mädchen haben wir so oft wie möglich das Putzen an einem Modell und im eigenen Mund geübt. Ein paar der Schülerinnen hatten leider auch große Angst vor der Behandlung weswegen wir versucht haben sie etwas an die Situation auf dem Behandlungsstuhl zu gewöhnen und ihnen in unserem sehr gebrochenen portugiesisch alles so gut wie möglich zu erklären. Wir hoffen dass sich diese Mädchen vielleicht von unseren Nachfolgern etwas mehr behandeln lassen und bei ihnen ebenfalls bald die gleichen Prophylaxeerfolge wie bei den größeren Mädchen zu sehen sind.

Betreut hat uns die Sozialarbeitern des Educandarios. Sie war unser Ansprechpartner für Probleme mit den Kindern oder mit der Behandlungseinheit. Ebenso konnte sie bei sehr ängstlichen Kindern die Eltern mit zur Behandlung einbestellen und diese gegeben falls auch über zu extrahierende bleibende Zähne informieren.

Ansonsten wurden wir von den Nonnen sehr gut versorgt. Bereits zum Frühstück erwarteten uns immer schon die ersten brasilianischen Köstlichkeiten. Mittags und Abends gab es auch immer sehr gutes einheimisches Essen und wir konnten viel Neues probieren und kennenlernen. Unsere Wochenenden haben wir an den wunderschönen Stränden der Region verbracht. Hierüber haben unsere Vorgänger bereits sehr ausführliche Berichte geschrieben, welche sowohl Empfehlungen für schöne Unterkünfte als auch detailierte Wegbeschreibungen enthalten.

Den beeindruckendsten Ausflug jedoch haben wir gemeinsam mit einer der Nonnen aus St. Tereza gemacht. Gemeinsam mit ihr und einer Mitarbeiterin des Educandario haben wir ein paar der Schülerinnen zu Hause besucht und konnten sehen wie die Kinder in den Armensiedlungen um das Educandario herum leben. Mit Schulkleidung sah jedes Kind gleich aus, doch die Kinder dann bei sich zu Hause und in ihrer Umgebung zu erleben hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen.

Zum Abschluss fuhren wir noch gemeinsam mit einer anderen deutschen Zahnärztin welche im Educandario Magalenahs Bastos gearbeitet hat für eine Woche nach Sao Joaquim. Einer Schule etwa 2,5 h außerhalb von Recife inmitten von Zuckerrohr Feldern. Hier wurden wir wunderbar bekocht und hatten durch den Fahrer des Educandario, welcher uns nachdem die Kinder nach hause gegangen sind die wunderschöne Umgebung gezeigt hat, auch immer gute Gesellschaft. Da wir in Sao Joaquim nur wenig Zeit hatten haben wir uns auf den ältesten Jahrgang konzentriert, welcher im Herbst die Schule verlässt. Zum Abschluss haben wir noch einmal mit allen Jahrgängen in kleinen Gruppen das Zähneputzen geübt und alle Zähne fluoridiert.

Es war schön zu sehen wie erfolgreich das Projekt ist. Viele Schülerinnen die schon seit mehreren Jahren durch den ZHB zahnärztlich betreut werden hatten gute Zähne und wussten auch über zahnfreundliche Ernährung und die richtige Zahnpflege gut bescheid. Auch war es toll durch unser gelerntes Wissen den Kindern direkt helfen zu können und damit Teil dieses tollen Projekts zu sein. Vielen Dank an Ruben Bayer für die tolle Organisation und dem gesamten ZHB, dass wir die Möglichkeit hatten in dieses schöne Land zu reisen.

Wir hatten eine tolle Zeit, viel Spaß mit den Kindern und werden immer mit viel Freude daran zurück denken. Jedem der überlegt eine Famulatur zu machen können wir das Projekt nur sehr ans Herz legen.

Nadine & Nora

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